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Nachstehend finden Sie unsere Kirchen.

Die Pfarrkirche St. Johannes der Täufer (Sonderhofen)

Liebe Besucher aus Nah und Fern, herzlich willkommen in der Pfarrkirche St. Johannes der Täufer in Sonderhofen

Sie stehen hier auf geschichtsträchtigem Grund. Denn Sonderhofen wird schon in der Schenkungsurkunde Karlmanns bzw. Gründungsurkunde des Bistums Würzburg (741/742) mit einer eigenen Kirche erwähnt, die damals noch dem Heiligen Remigius von Rheims geweiht war. Dies ist umso bemerkenswerter, als es damals nur 27 Kirchen in einem Bistum gewesen sind, dessen Gebiete damals das heutige Bistum Fulda, das Bistum Bamberg, Teile von Erfurt/Meiningen und der ganze Landschaftsbereich der Tauber gewesen sind.

Von der ursprünglichen Remigius Kirche wissen wir nicht viel, da diese Kirche damals aus Holz erbaut wurde und archäologische Grabungen unter der jetzigen Pfarrkirche noch niemals stattgefunden haben.

Bezeugt aber ist ein romanischer Neubau aus Stein am Ende des 13. Jahrhunderts. Mit dieser Steinkirche findet auch der Patroziniums Wechsel hin zum Heiligen Johannes dem Täufer statt. Selbstverständlich wurde der ursprünglich romanische Bau spätestens in der Echterzeit gotisiert. und ab 1700 barockisiert.

Als 1749 die Baufälligkeit des Kirchturms festgestellt wurde, machte man sich nicht an das Projekt einer Turmsanierung, sondern besserte nur notdürftig aus und beschloss stattdessen einen Neubau des Kirchenschiffs. Im Jahre 1757 wurde der Grundstein gelegt. Architekt war der Würzburger Hofarchitekt Fischer. 1758 begann man mit der Innenausstattung unter Einbeziehung bereits vorhandener barocker Einrichtungsstücke (Gemälde der Seitenaltäre von Oswald Onghers und eine Kanzel unbekannter Herkunft).

Der Auftrag für den Hochaltar wurde an Johann Georg Auvera aus Aub vergeben. Doch bald schon gab es Ärger mit der Statik des neuen Altars. Einen völligen Neuansatz schon im Anfang der Neuausstattung machte der Einsturz des Kirchturms 1779 nötig. Er gab dem damals noch ziemlich neuen Hochaltar den Rest.

Den Auftrag erhielt diesmal Johann Peter Wagner. Aus seiner Hand stammen ebenso die Seitenaltäre, sowie der Taufstein

Als Stuckateur wurde Antonio Petrolli aus dem Umkreis von Antonio Bossi gewonnen. Dieser stuckierte die Decke des Chorraums und überarbeitete die bereits vorhandene Kanzel aus dem Vorgängerbau mit Stuckmarmor. Die Fresken im Chorraum hat Georg Anion Urlaub gemalt.

Das heutige Aussehen der Kirche wird allerdings erst 1894 fest geprägt, als der Kirchenmaler und Stuckateur Fritz Bayerlein dem Kirchenschiff sein heutiges Aussehen verleiht.

Die Pfarrkirche von Sonderhofen stammt aus verschiedenen Epochen (Barock 18. Jh) und Historismus (19. Jh.). Es ist zweifelsohne trotz der unterschiedlichen Epochen gelungen, ein einheitliches Raumgefühl zu erhalten.

Dies hat nicht zuletzt auch damit zu tun, dass sich die unterschiedlichen Epochen mit einem einzigen Thema beschäftigt haben: Dem Leben und der theologischen Bedeutung des Täufers Johannes.

Daher ist es nun unumgänglich ein paar Sätze zur biblischen Einordnung des Täufers voranzusetzen, bevor wir zu den einzelnen Darstellungen kommen.

Das Neue Testament setzt in einer Zeit der unmittelbaren Erwartung des Messias und des beginnenden Weltengerichts an.

Als große Vorzeichen dieses Ereignisses wurde die Wiederkunft des Propheten Elia und des Propheten Mose auf dieser Erde erwartet. Beiden Propheten ist eine gewisse "Strenge" nicht abzusprechen, die dazu führte, dass in Erscheinung und Predigt des Täufers Johannes die "Reinkarnation" dieser beiden Propheten gesehen wurde.

So begeben wir uns als Erstes zur Kanzel: Auf dem Kanzelkorb finden wir links Mose mit den Gesetzestafeln und rechts den Propheten Elia. Sie verkörpern einerseits das Gesetz des Alten Bundes (Mose), andererseits das Eintreten für die Rechte des Herrn (Elia). An der Rückwand der Kanzel finden wir Johannes den Täufer mit Lamm und Stab (Ecce agnus dei = Seht das Lamm Gottes) als Hinweisung auf die durch Christus bewirkte Erlösung von den Sünden. Auf dem Schalldeckel tänzelt ein Engel mit dem Neuen Testament, auf dem der Anfang des Johannesevangeliums geschrieben steht. Daher lässt sich die Kanzel von unten nach oben folgendermaßen deuten: Anspruch Gottes verkörpert durch die Propheten-Bewirkung der Erlösung - Leichtigkeit des neutestamentlichen Gesetzes durch die bereits erwirkte Erlösung. Zusätzlich sehen wir auf dem Kanzelkorb noch die drei göttlichen Tugenden Glaube (Kelch), Hoffnung (Anker) und Liebe (Mutter mit Kind).

Die Bezugnahme auf die Propheten Mose und Elia finden wir ebenfalls im Mittelfresko des Chorraums. Hier ist die Verklärung Jesu am Berg Tabor dargestellt: Johannes bezeichnet sich selbst als Vorläufer. Die "Reinkarnationskraft" dieser beiden Propheten geht auf Jesus über. Daher erscheinen die beiden Jesus noch einmal unmittelbar bevor er seinen Weg zum Berg Golgotha beginnt.

Von der alttestamentlich-neutestamentlichen Brücke der Johannesdeutung gehen wir nun über zur Lebensgeschichte des Täufers:
In den Rundbildern des Kirchenschiffs lesen wir die Lebensgeschichte des Sonderhöfer Kirchenpatrons: Da der Beginn seiner Lebensgeschichte in den letzten Tagen des Advents und sein Auftreten an zwei Sonntagen der vorweihnachtlichen Zeit gelesen wird, ist der Bezug von diesem adventlichen Propheten hin zu Weihnachten durch die Inschrift über den Chorbogen hergestellt: Sie zitiert den Gesang der Engel auf dem Hirtenfeld von Betlehem auf Lateinisch: Gloria in excelsis deo et in terra pax hominibus bonae voluntatis ( Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen guten Willens) Im Zentrum der Decke des Kirchenschiffs sehen wir ganz im Stile Tiepolos jene Szene gemalt, als die schwangere Maria zur schwangeren Elisabeth (Mutter des Täufers) kommt und sie begrüßt. Links vorne sehen wir in der Ecke, wie sein Vater Zacharias verkündet, dass der Name des Kindes Johannes heißen soll. Rechts vorne sehen wir Johannes bei der Predigt. Wenn wir uns jetzt Richtung Orgel drehen, dann sehen wir, wie Johannes sich mit dem König Herodes wegen dessen Ehe auseinandersetzt. Rechts ist dann die Enthauptung des Täufers im Kerker des Herodes gemalt.

Am genauesten erzählt uns der Evangelist Lukas die Lebensgeschichte des Johannes. Doch kommt kein einziges der vier Evangelien darum herum, sich in seinem Anfang auf den Täufer Johannes zu beziehen. Daher sind die vier die vier Evangelisten in den vier Ecken des Chorraums gemalt (Markus mit Löwe, Lukas mit Stier, Johannes mit Adler, Matthäus mit geflügeltem Mensch)

Ähnlich, wie der Taufstein, zeigt der Hochaltar in der Mitte das zentrale Bild der Lebensgeschichte des Täufers: Als er am Jordan die Umkehr verkündet und die Taufe zur Vergebung der Sünden praktiziert kommt auch Jesus aus Nazareth um sich taufen zu lassen. Die Taufe des Johannes allerdings ist nur ein Bußzeichen. Zur Verbindlichkeit der Sündenvergebung kommt es erst durch den Erlösertod Jesu. Dies hat Johann Peter Wagner wunderbar gedeutet, indem das Wasser, das der Täufer über den Kopf Jesu gießt, auf einen Menschen fließt und von diesem hinunter fließend zu denken ist auf einen Beichtstuhl, der sich im Hochaltar hinter dem vorgeschobenen Altartisch mit Tabernakel befindet. Dies ist barocke Deutung dieser Szene von der aller feinsten Art.

Neben dem Täufer stehen dessen Eltern Zacharias (mit dem Weihrauchfass) und Elisabeth. An den Außenseiten steht rechts der Heilige Johannes von Nepomuk als der Heilige des Beichtgeheimnisses und links der Heilige Karl Borromäus, der als der bedeutendste bischöfliche "Umsetzer" der Beschlüsse des Konzils von Trient auch als Förderer der Ohrenbeichte gilt.

Das Thema Umkehr und Buße wird auch in den Seitenaltären weitergeführt. In der Mitte des rechten Seitenaltars ist die Heilige Maria Magdalena als bußfertige Einsiedlerin gemalt, die von Engeln mit dem heiligsten Altarsakrament gestärkt wird. Die Figuren an den Seiten stellen den Schächer Dismas mit dem Kreuz (sein letztes Wort war das Bekenntnis seiner Sünden) und den bußfertigen Einsiedler Hieronymus mit seinem Löwen dar. Der linke Seitenaltar bezieht sich wiederum auf das Thema Buße. Wir sehen Petrus mit dem Himmelsschlüssel und Paulus mit dem Schwert. Auf diese beiden Apostelfürsten beruft sich die römische Kirche in ihrer "Binde- und Lösegewalt".

In der Mitte ist in der Himmelfahrt Mariens das vorweggenommen, was allen verheißen ist, die sich über Umkehr und Buße auf den Weg der Anteilnahme an der Erlösung Christi begeben. Zu diesem Weg gehört auch der Kreuzweg, den der Kirchenmaler an den Wänden der Kirche gemalt und mit reichlich Stuck versehen hat.

.... Und was es noch zu sehen gibt:
auf der linken Seite des Chorbogens steht eine ausgezeichnete Madonnenfigur des Rokoko, deren meisterlicher Bildhauer uns leider nicht bekannt ist. Rechts neben dem Chorbogen steht der Heilige Josef, den Johann Georg Auvera geschaffen hat.

An den Wänden des Kirchenschiffs befinden sich Statuen des Heiligen Wendelin (Viehpatron), des Heiligen Antonius von Padua und des Heiligen Georg. ... Sollten Sie nun noch etwas Zeit haben, so schauen Sie sich auch die Fassade der Kirche an. Sie wurde von Johann Georg Auvera geschaffen.

Im Türsturz des Haupteingangs ist zu lesen: Domus Dei -Das Haus Gottes. Darüber ist das Zeichen des Dreifaltigen Gottes (Dreieck mit einem Auge), das von Engeln verehrt wird. Es folgt nach oben hin das Wappen des Würzburger Bischofs und Herzogs von Ostfranken Adam Friedrich von Seinsheim, der 1755 den bischöflichen Thron von Würzburg bestieg, und der uns auch bekannt ist als Bauherr der Schlossgärten in Würzburg und Veitshöchheim. Unter den fürstbischöflichen Wappen befindet sich die Darstellung der Unbefleckten Empfängnis, die seit alters her gleichzeitig die Darstellung der Herzogin von Franken ist. Über der Marienfigur lesen wir: S. Virgo sine macula- Heilige Maria ohne Makel; darunter steht: Sis a nobis benedicta – du sollst von uns gepriesen sein.

Der Kirchturm wurde erst 1847/42 erbaut und ist mit laternenbekrönter Haube, für die damalige Zeit ein bemerkenswerter prächtiger Turm, der sich nahtlos in das Gesamtbild des Kirchenbaues eingliedert. Die Haube des Turmes wurde 1869 errichtet.

Pfarrkirche St. Peter und Paul (Sächsenheim)

Liebe Besucher unserer Pfarrkirche Sankt Peter und Paul in Sächsenheim.

Sie haben mit dieser Kirche ein Kleinod der fränkischen Kirchenausstattung betreten.
So unscheinbar der Bau (1741-1743) von außen mit seinem bescheidenen Dachreiter wirkt, so üppig ist dagegen die Ausstattung dieser Kirche. Erst 1867 kam mit der Pfarrei-Erhebung der Ehrgeiz, die neu gewonnene Eigenständigkeit im Innern der Kirche durch eine prachtvolle Einrichtung zu feiern.

Freilich mahnt die Ausmalung selbst zum Blick auf die wesentliche Zier eines Gotteshauses:“Domum Tuum, dimine, decet sanctitudo“ (Dein Haus, o Herr, ziert die Heiligkeit).
Die außergewöhnliche Besonderheit der Sächsenheimer Kirche besteht darin, dass sie die Einzige der Diözese Würzburg ist, die als in sich geschlossenes Ensemble der Neo- Renaissance erhalten geblieben ist. Zu diesem Kunststil seien folgende Bemerkungen vorausgeschickt:

Der Kunststil der Renaissance selbst wird im Florenz des 15./16 Jahrhundert geboren und ist in sich selbst eine Wiederentdeckung antiker Malerei, Architektur und Bildhauerei. Große Namen sind damit verbunden: Raphael als Maler und Michelangelo als Bildhauer. Damit sind aus der großen Anzahl bedeutender und bedeutendster Künstler dieser Zeit nur die beiden bekanntesten genannt.

Von Florenz aus breitete sich dieser Stil nach Rom und von dort aus in die ganze Welt aus. Deutschland erreicht die Renaissance in der 2. Hälfte des
16. Jahrhunderts. Doch verbreitet sich dieser Kunststil nicht im selben Maß, wie in Italien, da diese Zeit mit der Beseitigung der Schäden durch die Reformationswirren beschäftigt ist.

Vieles was aber damals dennoch in diesem Stil erbaut und geschaffen wurde, ist im Dreißigjährigen Krieg anschließend wieder zerstört und später durch den Barock ersetzt worden.

Die Sächsenheimer Kirche wiederholt in der Tradition des 19. Jahrhunderts diesen schon einmal dagewesenen Kunststil. Das bevorzugte Material der Renaissance war der Marmor. Strittig ist bis zum heutigen Tag die Frage der Bemalung. Dies zeigt sich auch in der Sächsenheimer Kirche: Einige Reliefs sind bemalt, andere sind reine Marmor- Imitationen auf Holz und Putz.
Da der Kunststil der Renaissance auf der Wiederentdeckung griechischer und römischer Bauwerke gründet, ist auch die blumenreiche Bemalung den Ausmalungen der damals ausgegrabenen und wiederentdeckten römischen Villen geschuldet und die Altararchitektur den Grabmälern antiker Vorbilder angeglichen.

Doch nun zurück zur Sächsenheimer Kirche selbst. Den Auftrag zur Neuausstattung erhält die Firma Driesler 1893. Diese Firma beschäftigt eigene Handwerker, so dass ich die einzelnen Werke keinen einzelnen Künstlern zuordnen lassen.

Die Malereinen sind den beiden Kunstmalern Kaspar Lessing und Anton Ranziger aus München zugeordnet. Die Kirche selbst verfolgt ein übergeordnetes Thema, das durch das Patrozinium St. Peter und Paul vorgegeben ist:
Es geht ums Sterben und das Martyrium. Im Zentrum des Blicks steht das Bild der Kreuzigung Christi im Hochaltar; rechts und links daneben Petrus mit dem Himmelsschlüssel und Paulus mit dem Schwert. Bekrönt wird der Hochaltar durch ein Brustbild des Dornen-gekrönten Heilands.

Besonders interessant sind die Darstellungen an der Vorderseite des Altartisches: Sie beziehen sich alle drei auf das Martyrium durch „psychische Zermürbung“. In der Mitte sitzt ein Christus auf der Rast (der Leidensmann, der in sich zusammengesunken noch einmal über seinen Kreuzweg nachdenkt)

Links daneben sehen wir wie dem Dulder Hiob aus dem alten Testament schlechte Nachrichten überbracht werden.

Auf der rechten Seite befindet sich jene Szene aus dem Alten Testament, wo Josef von seinen Brüdern für Silbermünzen an Kaufleute für den Sklavenmarkt in Ägypten verkauft wird.

Der linke Seitenaltar zeigt auf der Vorderseite des Altartisches die Geburt Christi im Mittelpunkt des Altaraufbaus überreicht die Gottesmutter den Rosenkranz an die beiden Heiligen des Dominikanerordens Dominikus und Katharina von Siena. Links außen steht die Heilige Margaretha als die Patronin der Gebärenden und auf der anderen Seite die Heilige Barbara als Patronin der Sterbenden.

Am rechten Seitenaltar ist auf der Vorderseite des Altartisches das Veronikum (Schweißtuch der Veronika) zu sehen. Das Mittelfeld des Altaraufbaus zeigt den Tod des Heiligen Josefs in Anwesenheit seines Pflegesohnes und der Gottesmutter. Linkes daneben steht der Heilige Franziskus und zeigt die Wundmale, die er als Ausdruck seiner besonderen Verbindung mit dem Leidensmann empfangen hat und auf der rechten Seite steht der Viehpatron St. Wendelin.

Die Kanzel nimmt wiederum Bezug auf das Martyrium: Am Kanzelkorb stehen voll-plastisch die Figuren Peter und Paul. Auf der Vorderseite sehen wir das Martyrium der Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan. Auf der zum Ausgang hin gewandten Seite ist das Martyrium des Erzmartyrers Stephanus dargestellt, der als erster Martyrer der Kirchengeschichte gilt. Vom Kanzelkorb geht der Weg nach oben: Auf der Rückseite des Predigtstuhls ist die Himmelfahrt Mariens und oben auf dem Schalldeckel der wiederkehrende Christus („Wer mich vor den Menschen bekennt, zu dem wird auch der Menschensohn sich vor den Engeln Gottes bekennen“)

Die Decke des Kirchenschiffs zeigt ganz im Malstil Raphaels(s. typischer Raphael-Engel) die Verklärung Christi auf dem Berg Tabor. Hier erscheinen Jesus die Propheten Mose und Elia: Von dieser biblischen Szene an beginnt seinen Weg nach Jerusalem, um dort zu leiden. Um das Deckenbild herum ranken sich sinnigerweise Passionsblumen. In den vier blauen Feldern sehen wir dann die drei göttlichen Tugenden (Glaube (Kelch), Hoffnung (Anker), und Liebe (Herz). Auf dem blauen Feld über dem Kirchenausgang sind die Attribute von Petrus und Paulus (Schwert und Schlüssel) wie Wappeninsignien gemalt.
An der Decke des Chorraums sehen wir wiederum ganz im Stile Raphaels eine Heilige Familie.

Es ist bezeugt dass es den Sächsenheimer damals etwas zu viel Martyrium, „also schwere Kost“ gewesen ist, was die Künstler in ihrer Kirche dargestellt hatten. Deshalb gaben sie im „Nachschlag“ noch eine Darstellung der Geburt Christi in Form eines Triptychons (dreiteiliger Flügelaltar) in Auftrag, der heute meist geschlossen an der Rückseite der Kirche angebracht ist, jedoch in der Weihnachtszeit geöffnet auf den rechten Seitenaltar gestellt wird.

…..und was es noch zu sehen gibt:

Der Kreuzweg ist eine spätere Hinzufügung. Die Madonnenfigur dürfte wohl noch aus der Vorgänger Ausstattung stammen. Das Feld an der linken Seite des Kirchenschiffs zwischen den beiden Fenstern wird wohl der ursprüngliche Ort des Weihnachts-Triptychons gewesen sein.
Unter der Empore ist der Heilige Michael wohl später als die übrigen Bilder gemalt. Er erinnert daran, dass um die Kirche herum ursprünglich ein Friedhof gewesen ist.

Wenn sie nun die Kirche wieder verlassen, so werfen sie bitte auch einen Blick auf das Eingangsportal. Es ist ein besonders prächtiger Eingang, der ganz im Stil der Renaissance an die Türflügel antiker Tempel erinnert. Leider wurde dieser Eindruck durch den Vorbau verstellt.

Zur Glockenaufnahme

Kirche zur Hl. Jungfrau Maria (Bolzhausen)

Der Kirchturm stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die dicken Mauern lassen darauf schließen dass dieser im Verteidigungsfall als Zufluchtsort diente. Auch von Gaden wird berichtet.

Seit dem Mittelalter wurde die Kirche zur Hl. Jungfrau Maria ein Wallfahrtsort dieser wurde besonders von schwangere Frauen und kranker Kinder angenommen. Die Wallfahrt ist seit 1588 auch unter dem Namen Hl. Jungfrau im Grünen Tal bekannt.

Zur Glockenaufnahme

Das besondere Bild der Blut-Madonna von Re in Oberitalien

Das Fresko der Blut-Madonna von Re aus Oberitalien zeigt eine Maria lactans- Maria als Nährmutter Jesu. Das Bild stammt vermutlich aus dem späten 14.Jh.Das Gemälde wurde durch einen Steinschlag eines Frevlers verletzt in dessen Folge Blutaustritt am Bild zu erkennen war. Dies geschah am 29.04.1494. Wegen diesem besonderen Ereignis hat sich eine Wallfahrt entwickelt. Die populäre Wallfahrt führte zu verschiedenen Kopien und Verbreitung des Bildes im Bereich der Länder Deutschland, Schweiz, Österreich, Ungarn und Tschechien sowie Italien. Bei späteren Kopien wurde die Gottesmutter nicht mehr als Nährmutter dargestellt. Dies erklärt sich im Nichtverstehen der lactaatio besonders im ausgehenden 17.Jh,

Im Altarraum der Pfarrkirche St. Johannes d. T zu Sonderhofen ist an der linken Wand über dem Chorstuhl ein Gemälde befestigt welches eine Kopie der Madonna von Re aus Oberitalien ist. Das Bild von Sonderhofen ist 1693 entstanden. Dieses Bild zeigt die Gottesmutter nicht mehr als Maria lactans. Wie das Bild nach Sonderhofen kam ist nicht bekannt, es wurde 1982 auf dem Dachboden des ehemaligen Pfarrhauses gefunden. Ein ähnliches Bild findet man in der Pfarrkirche von Bergatreute, wo bis heute noch der Wallfahrtstag am 2. Juli gefeiert wird: „In gremio matris sedet sapientia patris“: Im Schoß der Mutter sitzt die Weisheit des Vaters“.

Text am unteren Bildrand: „Maria vom Blut so zu Regio im Vigletertal Wundertätig auch zu Bergatreuten bei Weingarten, diese wahrhaftige Abbildung will Wunderzeichen tun wie dann in 4 Jahr über 1000 tote ungetaufte Kinder zum leben bracht und getauft worden“.

Der Maler hat am unteren Bildrand eine Signatur hinterlassen Caspar Baltasar 1693

Kapelle Zum leidenden Heiland (Sonderhofen)

“Zum leidenden Heiland “ auch als St. Matthias-Kapelle benannt

Beschreibung aus dem Pfarrei-Register:

Die Kapelle „Zum leidenden Heiland“ hat eine Statue des gegeißelten Heilands und zur Seite Maria und Joseph, durch ein Holzgitter von dem übrigen Kapellenraum geschieden; eine durchbrochene Türe schließt die Kapelle. Die Kapelle ist außen 15 Schuh lang, 12 breit, 9,5 hoch. Das Dach läuft von vier Seiten in eine Spitze und ist mit Ziegeln gedeckt. Im Jahre 1752 wurde die Kapelle vorm unteren Tore am Fußpfade gegen Gelchsheim erbaut, auf Kosten des Johann Adam Pfeuffer, welcher auch deren bauliche Unterhaltung versprach.

Revers aus dem Pfarrei-Register:

Umb alle fernere Strittigkeiten zwischen unserem Herrn Pfarrern und Gemeindt wegen versegneter Capellen in Sonderhofen abzuwenden, haben wir Endes unterschriebene, gegenwärtigen mit dem allhiesigen Gerichts Insigel confirmierten Revers von uns ausstellen wollen.

  1. Solle diese Capellen nur 15 Schuhe in der Länge und 12 in der Breiting nach übergebenem Abriß erhalten.
  2. Solle Herr Pfarrer wegen dessen auf diesem Capellberg von unerdenklichen Jahren hergebrachten Frucht und Heu Zehend in quieta possesione (d.h. unwidersprochen) erhalten werden, mithin zu keinem besonderen Gottesdienst ebendorten verbunden sein.
  3. Verspreche ich Johann Adam Pfeuffer, Schultheiß als Benefactor diese Capellen im baulichen Wesen zu erhalten und den Eingang hierzu mit einem eisernen Gatter wegen besorglicher Irreverenz verschlüssig machen zu lassen.“

1752 L.S. Schultheiß,  Bürgermeister und Gericht zu Sonderhofen

Renovierungsarbeiten im Jahre 1938

Die im Türstock eingeritzte Jahreszahl 1938 weist eventuell auf eine damals vorgenommene Renovierung hin.

Sanierungsfall April - September 1973

Man sah, dass die Kapelle am Dach größere Bauschäden aufwies. Das Dach wurde neu umgedeckt. Die Kapelle wurde außen durch Robert Mühleck neu verputzt und erhielt einen neuen Außenanstrich. Auch das Gelände um die Kapelle wurde saniert und mit Gras eingesät. Alle Arbeiten wurden in der Zeit von April bis September 1973 ausgeführt.

Bei den damaligen Arbeiten beteiligten sich unentgeltlich:

  • Weiskopf Alfred                  
  • Fach Anton                
  • Eck Josef
  • Weiskopf Hilmar
  • Fach August
  • Lommer Hans
  • Mühleck Ludwig
  • Fach Oskar 
  • Reuß Alois        
  • Mühleck Georg
  • Karl Oskar
  • Mahlmeister Georg
  • Mühleck Robert
  • Jakob Karl

Sanierungsfall 1995 bis 1996

Im Januar 1995 beschloss der Verein Saubere Landschaft und Umwelt um Sonderhofen e.V. eine gründliche Renovierung der Kapelle anzugehen. Das Dach musste abgedeckt werden, um das kreuzförmig angelegte und aus Ziegelsteinen gemauerte Tonnengewölbe mit einem Ringanker aus Stahlbeton zu sichern. Die östliche und westliche Seitenwand hatten sich vom Gewölbe gelöst und mussten im oberen Teil neu auf gemauert werden. Die Gewölbedecke wies tiefe Risse auf. Ein weiteres Auseinanderbrechen musste unbedingt verhindert werden.

Der Fußboden aus dicken, von Hand behauenen Sandsteinplatten war feucht und besaß keine Sperrschicht gegenüber der gewachsenen Erde. Mit einer Stein- und Betonschicht wurden für die Bodenplatten und den Wänden eine trockene Unterlage geschaffen. Der Putz an den Seitenwänden war teilweise lose und brüchig. Er wurde abgeschlagen und anschließend wurden die Wände durch Robert Mühleck neu verputzt und farblich angepasst. Als Bodenbelag wurden sehr gut erhaltene gebrauchte Natursteinplatten aus dem Schloss von Weikersheim durch Franz Wiehl, Frickenhausen eingebaut. Kurzfristig wurden die Umbaumaßnahmen von der Unteren Denkmalschutzbehörde eingestellt, da diese umfassende Maßnahme nicht nach dem Denkmalschutzgesetz wegen Unwissenheit angemeldet war. Nach Inaugenscheinnahme der Oberen Denkmalschutzbehörde aus Bamberg gab es großes Lob für den Verein, da der neue gebrauchte Bodenbelag aus Weikersheim sowie alle anderen Arbeiten den Denkmalschutzrichtlinien entsprachen. Gleichzeitig gab es wieder eine Baufreigabe. Im übrigen Innenraum wurden die Farbschichten abgekratzt und die Originalfarbe freigelegt. Die Risse in der Decke wurden verputzt, der defekte Stuck entsprechend ergänzt und der Farbanstrich nach altem Muster wieder hergestellt. Der vorhandene Opferstock in der Kapelle bestand aus einem ausgehöhlten Stein, der mit einem Eisendeckel verschlossen war. Der Opferstock wurde gebürstet, sandgestrahlt und neu gestrichen und sitzt nun wieder an seinem angestammten Platz.

Im Eingangsbereich wurde die alte defekte Holztür entfernt und eine neue schmiedeeiserne Eingangstür angefertigt. Gleichzeitig wurde eine Glastür in den Innenbereich angebracht, um Staub und das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Beim Außenbereich der Tür wurde noch zusätzlich ein kleines Walmdach angebracht, um Schlechtwetter abzuhalten Alle handwerklichen Türarbeiten wurden von Georg Mühleck erbracht, sein Mitunterstützer war hierbei Alfred Weiskopf.

Als Zeichen einer kirchlichen Einrichtung erhielt das Kapellendach eine vergoldete Kugel mit Kreuz, welche ein Handwerker von der Südzucker Offenau anfertigte. Hierin befinden sich Zeitdokumente. Die Kugel mit Kreuz wurde gespendet. Die Arbeiten für Stuck- und Deckengemälde und die Sanierung des leidenden Heiland erbrachte Horst Rosenberger, das Vergolden von Figuren und Sonstiges erbrachte Walter Schwarz. Beide Personen waren aus Eibelstadt, ihre Mithilfe war für uns ein großer Glücksfall.

Zum Zugangsbereich der Kapelle wurde ein neuer Pflasterweg gebaut. Die Außenanlage wurde neu mit Rosenbeeten und einer Sitzgruppe gestaltet. Nach einem Jahr harter Arbeit wurde im August 1996 die Kapellensegung im Rahmen eines Gottesdienstes durchgeführt. Der damals neu gewählte 1. Bürgermeister Ludwig Mühleck bedankte sich bei allen ehrenamtlichen Helfern für deren erbrachte ehrenamtliche Arbeiten. Mit diesen außergewöhnlichen Leistungen konnte auf Dauer die kleine geschichtsträchtige Kapelle auf Dauer kostengünstig erhalten werden. Auf einer Grünfläche neben der Kapelle wurde anschließend die Sanierung mit allen Bürgern gebührend gefeiert.
Die Gesamtkosten betrugen damals 17.157 DM 

Die Arbeiten wurden hauptsächlich von folgenden Personen ausgeführt

  • Mühleck Ludwig Gesamtorganisation                
  • Mark Alfons
  • Mühleck Georg                                                
  • Hofmann Alfred
  • Mühleck Robert                                               
  • Hofmann Peter
  • Weiskopf Alfred                                               
  • Karl Oskar
  • Michel Rainer                                                 
  • Betz Josef
  • Bergmann Josef                                              
  • Landwehr Ignaz
  • Neckermann Heribert                                     
  • Rosenberger Horst Eibelstadt
  • Kernwein Ludwig                                            
  • Schwarz Walter      Eibelstadt
  • Zangl Franz-Josef                                          
  • Wiehl Franz Plattenarbeiten Frickenhausen

Kapellensanierung 2014 bis 2015

Zum Ende des Jahres 2013 beschloss das Vereinsgremium „Saubere Landschaft und Umwelt um Sonderhofen e.V.“ die in die Jahre gekommene Kapelle zu sanieren. Es galt Schäden im Innen- und Außenbereich, aber insbesondere am Dach zu beheben. Da die vorgesehenen Maßnahmen kostenintensiv erschienen, stellte man einen Antrag bei der Unteren Denkmalschutzbehörde zur Genehmigung und Förderung sowie bei der Gemeinde für finanzielle Unterstützung. Nach beiden Förderzusagen begannen die Sanierungsarbeiten am 16.09.2014 mit einer kompletten Erneuerung der Dacheindeckung

Mitarbeiter der Zimmerei Seubert, Höttingen prüften die Dachkonstruktion und besserten die Holzschäden aus. An verschiedenen Stellen des Daches war ersichtlich, dass von dort Feuchtigkeit eintrat. Es mussten deshalb verschiedene Sparrenhölzer repariert werden. Nach fachlicher Beratung kam man überein, Holzweichfaserpatten einzubauen, da diese bei möglichen Schäden am Dach das Eindringen von Wasser zusätzlich verhindern und gleichzeitig Temperaturschwankungen besser ausgleichen können. Die Kosten hierfür konnten als angemessen vertreten werden. Durch kleine Veränderungen der Dachüberstände mussten die Dachrinnenteile verlängert- und neu angebracht werden. Ausführendes Unternehmen war die Firma Scheckenbach, Sonderhofen.

Wegen Feuchtigkeit und Schimmelbefall am Mauerwerk sanierte die Firma Kadletz-Hanftmann, Sonderhofen an beiden Längsseiten der Kapelle Teilbereiche und versah diese mit einem neuen Innenputz. Nach einer längeren Trockenzeit wurden die Innenwände und Stellen im Außenbereich neu gestrichen. Nach Abschluss der gesamten Arbeiten befindet sich die Kapelle wieder in einem sehr ordentlichen Zustand. Durch Mitarbeit von Vorstandsmitgliedern konnten bei den Arbeiten die Renovierungskosten bei der Kapellensanierung gleichzeitig gesenkt werden. Nach Abschluss der Arbeiten bedankten wir uns bei der Unterfränkischen Kulturstiftung und der Gemeinde für deren finanzielle Unterstützung zum Erhalt unserer Wegkapelle St. Matthias.

Der Kostenaufwand zur Gesamtsanierung der Kapelle betrug 9.236,28 €. Durch die Unterfränkische Kulturstiftung erhielt der Verein 1.490,00 €. Die Gemeinde unterstützte die Maßnahme mit 1.000,00 €. Der Verein Saubere Landschaft und Umwelt e.V. übernahm die Kosten von 6.746,28 € Kosten der Sanierung 1996 in Euro  8.763,85 €. Gesamt Ausgaben des Vereins für die Kapelle in den Jahren 1996 und 2016 15.510,13 €.

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