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Liebevolle Heimat im Herzen des Ochsenfurter Gaus

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Sagen

Sagen um Sonderhofen: Der Reiter vom Lindach

Der Reiter vom Lindach 
(aus Buch "Alte Geschichten und Sagen aus dem Ochsenfurter Gau", herausgegeben von Peter Högler)

Die stattliche Gemeinde Sonderhofen, mitten im fruchtbaren Ochsenfurter Gau gelegen, hat keinen Wald. Das war nicht immer so. Vor 300 Jahren besaß die Gemeinde noch einen großen Teil des „Stalldorfer Waldes“, nämlich das Waldstück „Vorderlindach“. 

Im Jahre 1694 vernichtete ein verheerender Brand das Dorf fast völlig. Nur die Kirche, das Pfarrhaus, das Rathaus und die Schule blieben verschont. Um das Dorf wieder aufbauen und die große Not etwas lindern zu können, verpfändeten die Sonderhöfer ihren wertvollen Wald für einige tausend Gulden auf 100 Jahre an den Amtmann von Stalldorf. Nach dem Wiederaufbau des Dorfes geriet der Vertrag bald in Vergessenheit. 

Eines Tages aber fand der Bürgermeister in einem alten Gemeindebuch jenen Vertrag wieder und stellte fest, dass die 100 Jahre abgelaufen waren. Sofort begab er sich auf den Weg nach Stalldorf zu dem dortigen Amtmann und forderte die Rückgabe des Waldes. Der Amtmann wollte davon nichts wissen und behauptete, der Wald hätte schon immer dem Amte gehört. Da sie sich nicht einigen konnten, sollte schließlich ein Gericht entscheiden. Hier legte der Amtmann einen hinterlistigen Eid ab: „So wahr ich einen Schöpfer über mir habe, so wahr gehört dieses Waldstück seit eh und je zu Stalldorf!“ Er hatte seinen Eid aber nicht bei Gott geleistet, sondern auf eine Schöpfkelle, die er unter seiner langhaarigen Perücke verborgen hatte. Auf diese Weise verlor die Gemeinde Sonderhofen ihren Wald. 

Bald darauf erkrankte der Amtmann schwer und starb. Die betrügerische Tat lässt ihm keine Ruhe. So reitet er heute noch nachts auf einem Schimmel um den Lindach. Zur weiteren Strafe trägt er seinen Kopf nicht auf den Schultern, sondern unter dem Arm. In stürmischen Nächten ist der Lindachsreiter schon vielen Wanderern begegnet.

 

Sagen um Sonderhofen: Die Sage vom Kutschenbrunnen

Die Sage vom Kutschenbrunnen
(aus Buch "Alte Geschichten und Sagen aus dem Ochsenfurter Gau", herausgegeben von Peter Högler)

Zwischen Riedenheim und Sonderhofen, nahe der alten Heerstraße, stand früher ein Schloss. An einem Sonntag, während des Gottesdienstes, fuhren der Schlossherr und sein Knecht mit einer Kutzsche nach Reichelsberg zur Jagd. Da läutete es im nahen Riedenheim gerade zur Wandlung. Der Knecht bat seinen Herrn, anhalten zu dürfen, um zu beten und sich zu bekreuzigen. Der aber entgegnete: "Fahr´weiter! - Zum Teufel!" Im selben Augenblick versanken Pferde und Kutsche, Herr und Knecht. 

An derselben Stelle rinnt heute noch ein Brunnen, er zur Sommerszeit durstigen Landleuten erquickenden Labetrunk bietet. Zu ewigem Andenken an das Gottesgericht heißt er Kutschenbrunnen bis auf den heutigen Tag. 

Angesprochen sind Weiler und Schloss Erlach zwischen Riedenheim und Sonderhofen.

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