Wählen Sie zwischen weiteren Untermenüs:

KindergartenSchuleKircheFamilie

Die Kapelle Zum leidenden Heiland

Die Kapelle

“Zum leidenden Heiland “

auch als St. Matthias-Kapelle benannt

 

Beschreibung aus dem Pfarrei-Register:

Die Kapelle „Zum leidenden Heiland“ hat eine Statue des gegeißelten Heilands und zur Seite Maria und Joseph, durch ein Holzgitter von dem übrigen Kapellenraum geschieden; eine durchbrochene Türe schließt die Kapelle. Die Kapelle ist außen 15 Schuh lang, 12 breit, 9,5 hoch. Das Dach läuft von vier Seiten in eine Spitze und ist mit Ziegeln gedeckt.

Im Jahre 1752 wurde die Kapelle vorm unteren Tore am Fußpfade gegen Gelchsheim erbaut, auf Kosten des Johann Adam Pfeuffer, welcher auch deren bauliche Unterhaltung versprach.

 

Revers aus dem Pfarrei-Register:

Umb alle fernere Strittigkeiten zwischen unserem Herrn Pfarrern und Gemeindt wegen versegneter Capellen in Sonderhofen abzuwenden, haben wir Endes unterschriebene, gegenwärtigen mit dem allhiesigen Gerichts Insigel confirmierten Revers von uns ausstellen wollen.

1. Solle diese Capellen nur 15 Schuhe in der Länge und 12 in der Breiting nach übergebenem Abriß erhalten.

2. Solle Herr Pfarrer wegen dessen auf diesem Capellberg von unerdenklichen Jahren hergebrachten Frucht und Heu Zehend in quieta possesione (d.h. unwidersprochen) erhalten werden, mithin zu keinem besonderen Gottesdienst ebendorten verbunden sein.

3.Verspreche ich Johann Adam Pfeuffer, Schultheiß als Benefactor diese Capellen im baulichen Wesen zu erhalten und den Eingang hierzu mit einem eisernen Gatter wegen besorglicher Irreverenz verschlüssig machen zu lassen.“

 

1752 L.S. Schultheiß,

Bürgermeister und Gericht zu Sonderhofen

 

Renovierungsarbeiten in den Jahren von 1938 bis 2016

Im Jahre 1938:

Die im Türstock eingeritzte Jahreszahl 1938 weist eventuell auf eine damals vorgenommene Renovierung hin.

Sanierungsfall April - September 1973:

Man sah, dass die Kapelle am Dach größere Bauschäden aufwies. Das Dach wurde neu umgedeckt. Die Kapelle wurde außen durch Robert Mühleck neu verputzt und erhielt einen neuen Außenanstrich. Auch das Gelände um die Kapelle wurde saniert und mit Gras eingesät. Alle Arbeiten wurden in der Zeit von April bis September 1973 ausgeführt.

Bei den damaligen Arbeiten beteiligten sich unentgeltlich:

Weiskopf Alfred                   Fach Anton                 Eck Josef

Weiskopf Hilmar                  Fach August               Lommer Hans   

Mühleck Ludwig                  Fach Oskar                 Reuß Alois        

Mühleck Georg                   Karl Oskar                   Mahlmeister Georg

Mühleck Robert                   Jakob Karl

 

Sanierungsfall 1995-1996

Im Januar 1995 beschloss der Verein Saubere Landschaft und Umwelt um Sonderhofen e.V. eine gründliche Renovierung der Kapelle anzugehen. Das Dach musste abgedeckt werden, um das kreuzförmig angelegte und aus Ziegelsteinen gemauerte Tonnengewölbe mit einem Ringanker aus Stahlbeton zu sichern.

Die östliche und westliche Seitenwand hatten sich vom Gewölbe gelöst und mussten im oberen Teil neu auf gemauert werden. Die Gewölbedecke wies tiefe Risse auf. Ein weiteres Auseinanderbrechen musste unbedingt verhindert werden.

Der Fußboden aus dicken, von Hand behauenen Sandsteinplatten war feucht und besaß keine Sperrschicht gegenüber der gewachsenen Erde. Mit einer Stein- und Betonschicht wurden für die Bodenplatten und den Wänden eine trockene Unterlage geschaffen. Der Putz an den Seitenwänden war teilweise lose und brüchig. Er wurde abgeschlagen und anschließend wurden die Wände durch Robert Mühleck neu verputzt und farblich angepasst. Als Bodenbelag wurden sehr gut erhaltene gebrauchte Natursteinplatten aus dem Schloss von Weikersheim durch Franz Wiehl, Frickenhausen eingebaut. Kurzfristig wurden die Umbaumaßnahmen von der Unteren Denkmalschutzbehörde eingestellt, da diese umfassende Maßnahme nicht nach dem Denkmalschutzgesetz wegen Unwissenheit angemeldet war.

Nach Inaugenscheinnahme der Oberen Denkmalschutzbehörde aus Bamberg gab es großes Lob für den Verein, da der neue gebrauchte Bodenbelag aus Weikersheim sowie alle anderen Arbeiten den Denkmalschutzrichtlinien entsprachen. Gleichzeitig gab es wieder eine Baufreigabe. Im übrigen Innenraum wurden die Farbschichten abgekratzt und die Originalfarbe freigelegt. Die Risse in der Decke wurden verputzt, der defekte Stuck entsprechend ergänzt und der Farbanstrich nach altem Muster wieder hergestellt. Der vorhandene Opferstock in der Kapelle bestand aus einem ausgehöhlten Stein, der mit einem Eisendeckel verschlossen war. Der Opferstock wurde gebürstet, sandgestrahlt und neu gestrichen und sitzt nun wieder an seinem angestammten Platz.

Im Eingangsbereich wurde die alte defekte Holztür entfernt und eine neue schmiedeeiserne Eingangstür angefertigt. Gleichzeitig wurde eine Glastür in den Innenbereich angebracht, um Staub und das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Beim Außenbereich der Tür wurde noch zusätzlich ein kleines Walmdach angebracht, um Schlechtwetter abzuhalten

Alle handwerklichen Türarbeiten wurden von Georg Mühleck erbracht, sein Mitunterstützer war hierbei Alfred Weiskopf.

Als Zeichen einer kirchlichen Einrichtung erhielt das Kapellendach eine vergoldete Kugel mit Kreuz, welche ein Handwerker von der Südzucker Offenau anfertigte. Hierin befinden sich Zeitdokumente. Die Kugel mit Kreuz wurde gespendet.

Die Arbeiten für Stuck- und Deckengemälde und die Sanierung des leidenden Heiland erbrachte Horst Rosenberger, das Vergolden von Figuren und Sonstiges erbrachte Walter Schwarz. Beide Personen waren aus Eibelstadt, ihre Mithilfe war für uns ein großer Glücksfall.

Zum Zugangsbereich der Kapelle wurde ein neuer Pflasterweg gebaut.

Die Außenanlage wurde neu mit Rosenbeeten und einer Sitzgruppe gestaltet.

Nach einem Jahr harter Arbeit wurde im August 1996 die Kapellensegung im Rahmen eines Gottesdienstes durchgeführt. Der damals neu gewählte 1. Bürgermeister Ludwig Mühleck bedankte sich bei allen ehrenamtlichen Helfern für deren erbrachte ehrenamtliche Arbeiten. Mit diesen außergewöhnlichen Leistungen konnte auf Dauer die kleine geschichtsträchtige Kapelle auf Dauer kostengünstig erhalten werden.

Auf einer Grünfläche neben der Kapelle wurde anschließend die Sanierung mit allen Bürgern gebührend gefeiert.

Die Gesamtkosten betrugen damals 17.157 DM

Die Arbeiten wurden hauptsächlich von folgenden Personen ausgeführt

Mühleck Ludwig Gesamtorganisation                 Mark Alfons

Mühleck Georg                                                 Hofmann Alfred

Mühleck Robert                                                Hofmann Peter

Weiskopf Alfred                                                Karl Oskar

Michel Rainer                                                   Betz Josef

Bergmann Josef                                               Landwehr Ignaz

Neckermann Heribert                                      Rosenberger Horst Eibelstadt

Kernwein Ludwig                                             Schwarz Walter      Eibelstadt

Zangl Franz-Josef                                           Wiehl Franz Plattenarbeiten Frickenhausen

 

 

Kapellensanierung 2014-2015

Zum Ende des Jahres 2013 beschloss das Vereinsgremium „Saubere Landschaft und Umwelt um Sonderhofen e.V.“ die in die Jahre gekommene Kapelle zu sanieren. Es galt Schäden im Innen- und Außenbereich, aber insbesondere am Dach zu beheben. Da die vorgesehenen Maßnahmen kostenintensiv erschienen, stellte man einen Antrag bei der Unteren Denkmalschutzbehörde zur Genehmigung und Förderung sowie bei der Gemeinde für finanzielle Unterstützung.

Nach beiden Förderzusagen begannen die Sanierungsarbeiten am 16.09.2014 mit einer kompletten Erneuerung der Dacheindeckung

Mitarbeiter der Zimmerei Seubert, Höttingen prüften die Dachkonstruktion und besserten die Holzschäden aus. An verschiedenen Stellen des Daches war ersichtlich, dass von dort Feuchtigkeit eintrat. Es mussten deshalb verschiedene Sparrenhölzer repariert werden. Nach fachlicher Beratung kam man überein, Holzweichfaserpatten einzubauen, da diese bei möglichen Schäden am Dach das Eindringen von Wasser zusätzlich verhindern und gleichzeitig Temperaturschwankungen besser ausgleichen können. Die Kosten hierfür konnten als angemessen vertreten werden.

Durch kleine Veränderungen der Dachüberstände mussten die Dachrinnenteile verlängert- und neu angebracht werden. Ausführendes Unternehmen war die Firma Scheckenbach, Sonderhofen.

Wegen Feuchtigkeit und Schimmelbefall am Mauerwerk sanierte die Firma Kadletz-Hanftmann, Sonderhofen an beiden Längsseiten der Kapelle Teilbereiche und versah diese mit einem neuen Innenputz. Nach einer längeren Trockenzeit wurden die Innenwände und Stellen im Außenbereich neu gestrichen.

Nach Abschluss der gesamten Arbeiten befindet sich die Kapelle wieder in einem sehr ordentlichen Zustand.

Durch Mitarbeit von Vorstandsmitgliedern konnten bei den Arbeiten die Renovierungskosten bei der Kapellensanierung gleichzeitig gesenkt werden.

Nach Abschluss der Arbeiten bedankten wir uns bei der Unterfränkischen Kulturstiftung und der Gemeinde für deren finanzielle Unterstützung zum Erhalt unserer Wegkapelle St. Matthias.

Der Kostenaufwand zur Gesamtsanierung der Kapelle betrug                           9.236,28 €

Durch die Unterfränkische Kulturstiftung erhielt der Verein                                 1.490,00 €

Die Gemeinde unterstützte die Maßnahme mit                                                      1.000,00 €

Der Verein Saubere Landschaft und Umwelt e.V. übernahm die Kosten von 6.746,28 €

Kosten der Sanierung 1996 in Euro                                                                        8.763,85 €

Gesamt Ausgaben des Vereins für die Kapelle in den Jahren 1996 und 2016         15.510,13 €

 

                                                                                                  Sonderhofen, Januar 2016

Die Kapelle Zum leidenden Heiland
Die Kapelle Zum leidenden Heiland
Die Kapelle Zum leidenden Heiland